Dieser Bereich bildet die Grundlage für die Konfiguration und Bewertung der Simulationen im Energiesystemmodell. Er umfasst drei zentrale Aspekte:
Szenariendefinition
Die Szenariendefinition legt fest, welche Varianten eines Energiesystems miteinander verglichen werden sollen. Sie dient sowohl der strukturellen Organisation als auch der inhaltlichen Beschreibung der einzelnen Szenarien.
Die Bezeichnungen der Szenarien sind frei definierbar und müssen nicht der standardmäßigen Form wie “Szenario 1”, “Szenario 2” usw. entsprechen. Nutzer können individuelle Namen vergeben, die das jeweilige Szenario inhaltlich besser beschreiben.
Dies ermöglicht eine flexiblere Dokumentation und Auswertung, insbesondere bei komplexeren Vergleichsreihen oder spezifischen Anwendungsfällen.
-
Szenario Beschreibung (kurz)
Eine prägnante Bezeichnung des Szenarios, die in Ergebnisgrafiken und Tabellen verwendet wird. Sie sollte eindeutig und konsistent sein, um die Vergleichbarkeit zu erleichtern.
-
Szenario Beschreibung ausführlich
Eine detaillierte Erläuterung des Szenarios zu internen Dokumentation. Hier können Annahmen, Besonderheiten oder Zielsetzungen des Szenarios beschrieben werden - hilfreich für spätere Auswertungen oder Rückfragen.
-
Szenario Status (aktiv/inaktiv)
Steuerung, ob das Szenario in der Simulation berücksichtigt wird. Inaktive Szenarien werden ignoriert, bleiben aber zur Dokumentation erhalten.
-
Referenzszenario
-
Funktion: Anhand jeder Eingabezeile wird ein eigenes Diagramm erstellt, dass die Wirtschaftlichkeit in Form einer Amortisationsrechnung zeigt.
-
Fixes Referenzszenario: Hier dient ein einziges, für alle Vergleiche gleichbleibendes Szenario als Referenz. Das ist besonders hilfreich, wenn die Wirtschaftlichkeit aller Alternativen im Vergleich zu einem Standard (z. B. dem Status quo) bewertet werden soll.
-
Flexibles Referenzszenario: Jedes Szenario kann mit einem beliebigen anderen Szenario als Referenz verglichen werden. Das ist ideal, um die Auswirkungen von Zusatzinvestitionen oder stufenweisen Ausbauschritten gezielt zu analysieren.
-
Vorteil: Die parallele Darstellung beider Bewertungsarten unterstützt eine umfassende Entscheidungsfindung – sowohl für Gesamtvergleiche als auch für Detailanalysen.
-
Zeitraum
Dieser Abschnitt definiert den zeitlichen Rahmen der Simulation und beeinflusst direkt die Genauigkeit und Aussagekraft der Ergebnisse.
-
Betrachtungszeitraum: Gibt die Gesamtdauer der Simulation an. Ein längerer Zeitraum erlaubt die Bewertung langfristiger Effekte wie Investitionsrendite oder CO2-Einsparungen.
-
Startzeitpunkt: Der Beginn der Simulation muss mit den verwendeten Zeitreihen (z. B. Lastprofile) übereinstimmen, um konsistente Ergebnisse zu gewährleisten.
-
Zeitschritte: Bestimmt die zeitliche Auflösung der Simulation: Stunden- oder Viertelstundenwerte.
→ Feinere Zeitschritte erhöhen die Genauigkeit, aber auch den Rechenaufwand.
Nachhaltigkeit
Hier werden Parameter zur ökologischen Bewertung des Energiesystems festgelegt. Ziel ist es, die Auswirkungen von CO2-Emissionen und Umweltkosten in die Wirtschaftlichkeitsberechnung einzubeziehen.
-
Interner CO2-Preis: Der interne CO₂-Preis hat direkten Einfluss auf die Faktoren “Interner CO₂-Preis Strom”, “Interner CO₂-Preis Wärme”, “Brennstoff 1” und “Brennstoff 2”. Diese Werte werden auf Basis des angegebenen allgemeinen CO₂-Preises sowie der Emissionsfaktoren der jeweiligen Energiequellen berechnet. Ein simulierter Preis für CO2-Emissionen, der die Kosten für fossile Energieträger wie Erdgas oder Heizöl erhöht. Dadurch werden emissionsarme Technologien wirtschaftlich attraktiver, selbst wenn sie höhere Investitionskosten verursachen.
→ Dies fördert die Auswahl nachhaltiger Lösungen im Modell. -
Zertifikatehandel: Wenn aktiviert, wird der Emissionshandel separat in der Kostenrechnung ausgewiesen. Dies erlaubt eine differenzierte Betrachtung der Klimakosten und kann politische Rahmenbedingungen realistisch abbilden.
Hinweis:
Ist der Zertifikatehandel nicht aktiviert, wird der CO₂-Ausstoß zwar weiterhin simuliert und kann über den internen CO₂-Preis indirekt optimierungswirksam sein – es entstehen jedoch keine expliziten CO₂-Kosten in der Wirtschaftlichkeitsauswertung.
Das bedeutet: Die Optimierung kann in Richtung geringerer Emissionen gelenkt werden, aber die Kostenwirkungen dieser Emissionen werden nicht separat ausgewiesen.